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Rummenigge: "Wir sind human mit dem TSV 1860"
23.08.10|
München - Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge spricht über die Finanzprobleme des TSV 1860 - und nennt konkrete Zahlen, wie kritisch die Lage der Löwen ist.
Streitobjekt Allianz Arena: „Es kann nicht sein, dass wir einen Mieter ziehen lassen und am Ende da auch noch draufzahlen“ Das Kriegsbeil ist begraben. Eng sind die Verbindungen zwischen dem FC Bayern und den Löwen noch immer nicht – doch seit dem Rücktritt von Manfred Stoffers nach dem verlorenen Catering-Prozess ist zumindest die Funkstille zwischen beiden Parteien beendet. Für Karl-Heinz Rummenigge der einzige Weg, damit der TSV 1860 überleben kann.
„Es hat eine erste Annäherung gegeben“, sagt der Vorstandsboss im Gespräch mit der tz – und nennt konkrete Zahlen, wie kritisch die Lage der Löwen ist: „Die Verbindlichkeiten des TSV 1860 sind summiert betrachtet auf einem sehr hohen Niveau – über drei Millionen Euro insgesamt. Es wäre für 1860 sehr schwer möglich gewesen, diesen Betrag jetzt auf den Tisch des Hauses FC Bayern zu legen – was de facto eigentlich nötig gewesen wäre.“
Denn diesen Betrag hatten die Bayern bei Catering-Zulieferer ArenaOne für die Löwen vorgestreckt. Bei der Rückzahlung kommen die Bayern nun, wo der blaue Konfrontationskurs beendet ist, den Löwen entgegen. Laut Rummenigge hätte 1860 sonst der Bankrott gedroht: „Wir sind human. Wenn wir jetzt die volle Summe sofort verlangt hätten, glaube ich, hätten die Löwen sie zum Fälligkeitsdatum nicht überweisen können – dann wäre es wieder eine Überlebensfrage für den TSV 1860 gewesen. Wir hätten den Sechzigern große Probleme bereiten können. Das wollten wir aber nicht.“
Doch wie soll es für die Löwen weitergehen? „Das Problem des TSV 1860 ist ja nicht der FC Bayern – sondern das Catering“, sagt Rummenigge. „Da müsste man mal ein Gespräch mit dem Caterer ArenaOne führen, um einen Kompromiss zu finden. Bei diesen Gesprächen wären wir gern als Vermittler dabei.“ Denn nach wie vor müssen die Löwen die Kosten für alle 3000 Essen bei den Business-Seats bezahlten – obwohl nur rund die Hälfte davon abgesetzt werden kann. Von der Idee einer Rückkehr ins Olympiastadion rät Rummenigge den Blauen ab. „Ich glaube grundsätzlich, dass das Olympiastadion für den TSV 1860 keine Lösung ist – nicht zuletzt, weil das ja immer die große Heimat des FC Bayern war.“
Weitere Mietkürzungen in der Arena schließt der Bayern-Boss aus: „Wir können die Löwen doch jetzt nicht umsonst in der Arena spielen lassen – und so weit sind wir schon fast! Die Miete ist inzwischen nicht mehr so dramatisch. Ich bin sicher, dass die Miete im Olympiastadion nicht gravierend niedriger ausfallen würde.“
Wenn die Löwen es schaffen würden, alle Rahmenbedingungen für einen Auszug zu regeln, würde ein Auszug nicht an Bayern scheitern, betont Rummenigge. „Es geht nicht um eine Abstandsforderung. Das Problem ist, dass viele Fragen geklärt werden müssen, die gar nicht vom FC Bayern abhängig sind. Man muss das als Gesamtpaket sehen: Die Allianz als Namensgeber müsste die Sechziger aus dem Stadionvertrag lassen, etliche Zulieferer wie etwa der Catering-Service müssten ihre Verträge modifizieren, die Logen-Besitzer müssten ihr Okay geben – wenn diese Fragen alle mit Ja beantwortet sind, wenn alle Parteien einverstanden wären – worauf der FC Bayern keinen Einfluss hat –, würden wir uns einem Auszug nicht entgegenstellen. Dann machen wir einen Haken hinter der ganzen Sache. Klare Bedingung ist: Für den FC Bayern dürften bei einem Stadionauszug des TSV 1860 keine Kosten entstehen. Es kann nicht sein, dass wir einen Mieter ziehen lassen und am Ende da auch noch draufzahlen.“
tz
_________________ Aleksandar Ristic: Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich.

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